Meine Hunde - unsere Hunde

Buwi Pit Chico Axel

 

Evi und Buwi

BUWI

Wir waren imselben Jahr geboren - der Buwi und ich. Und Buwi war eigenlich ein Mädchen! Meine Tante in Bad Mitterndorf, wo ich alle Sommer meiner Kindheit verbrachte, hatte damals die Landwirtschaft schon weitgehend aufgegeben. Nur noch ein paar Hühner und zwei Schweine. Aber ein Hund sollte wieder ins Haus! Und es muss ein Rüde sein. Ziehtochter Lotte kam eines Tages mit einem süssen Welpen: "Er heißt Buwi und ist ein Bub." Wie sie das einer erfahrenen Landwirtin weismachen konnte, ist bis heute ein Rätsel. Als man merkte "wes Geschlechts er war", war das gute Mädchen schon lange "der Buwi" und das blieb sein ganzes Leben so. Für mich war der kurzbeinige Hund unerklärlicher Rasseherkunft der beste Freund meiner Kindheit. Er verteidigte mich, spielte mit mir und ich musste aufpassen, wenn "er" läufig war. Das war immer ein spezielles Erlebnis. Lebten wir ja in einem steirischen Dorf damals noch in der goldenen Zeit der Freilaufhunde. Das Haus war regelrecht belagert von allen Arten Rüden - von kleinen krummbeinigen Rattlern bis riesigen kälbergrossen Monstern.

Buwi bekam die Pille zwischen zwei Wurstradln und war dennoch mehrmals in ihrem Leben trächtig. Eine seiner/ihrer entscheidenden Aufgaben war der Mäusefang. Und dies obwohl es auch immer Katzen gab. Die Mäuse wurden feierlich ans Frauchen geliefert und gegen ein Stück Speck getauscht. So mutvoll er/sie auch als Wachhund oder im Streit mit anderen Hündinnen war, so ängstlich zitterte unser Buwi bei Gewitter. Wenn nachts der Donner endlos zwischen Grimming und Tauplitz rollte, durfte Buwi zu mir ins Bett - aber nur dann. Sonst war sein Platz im Holzloch des Ofens. Ein Drama als später der alte Ofen einer moderneren Küche weichen musste! Nur notdürftig wurde "unter dem Diwan" als neue Schlafhöhle akzeptiert.
Als ich ihn das letzte Mal sah, war ich selber etwa 13 Jahre alt. Die Tante (sein Frauchen) war im Spital und ist kurz darauf gestorben. Mühsam schleppte er sich unter dem Diwan hervor und freute sich unendlich mich zu sehen. Ich umarmte ihn weinend. Leb wohl und danke für die schöne Zeit. Auch die glücklichen Sommer in Mitterndorf waren mit dem Tod von Buwi und Tante vorbei. Wohl war ich auch selber - rein altersmässig - in einen neuen Lebensabschnitt eingetreten.

 

PIT

- der Wunschhund - der erste eigene Hund!. Das heisst, es war Geralds und mein Hund. Ein kleiner Münsterländer auf Geralds Wunsch. Aus der Steiermark geholt - 8 Wochen alt und sooo süß. Im Laufe eines turbulenten Jahres zu einem lebhaften, verspielten und überaus hübschen Rüden herangewachsen. Ich war in diesem Jahr schwanger geworden und Pit grad 13 Monate alt, als ich mit dem kleine Bündel (Christopher) nach Hause kam. Ab da Sommer mit Hund und Kinderwagen! Einige Monate später robbte Chris zu Pit hin, steckte seine Fingerchen in die Hundenase und Pit wedelte gutmütmig und glücklich.
Gutmütig ist überhaupt das richtige Wort - Aggression war ihm völlig fremd. Ich glaube nicht, dass er irgendwas ernsthaft verteidigt hätte.

Fremden wurde stets sofort der Spiel-Igel gebracht und das wäre bei einem Einbrecher wohl auch so gewesen. Den Igel hat er x-mal von der Terrasse den Abhang hinunter gespuckt, um blitzschnell runter zu sausen und das orange Ding wieder zu fangen. Und seine größte Leidenschaft war baden, schwimmen, aus dem Wasser apportieren. In Kroatien ist er tatsächlich von der Mole ins Wasser gesprungen - war mühsam, ihn wieder rauszulocken. Pit war ein wunderbar lustiger Lebensbegleiter und leider für mich nicht sein ganzes Hundeleben. Ich hatte ihn grade vier Jahre, dann hatten sich unsere Lebensumstände so radikal geändert, dass es keine Ausweg gab, als einen anderen Platz für ihn zu suchen. Letzeres ist auch sehr gut gelungen: Als er sah, dass die netten jungen Leute seine Schüssel, seine Leine, seine Decke mitnahmen, folgte er ihnen, ohne sich umzusehen. Mir hat er lange gefehlt!

Pit
 
Chico

CHICO

Lange Jahre ohne Hund folgten - bis die Freundin eines Mitarbeiters mir eines Tages einen Hund anbot: ein Labrador-Schäfer-Mix - von einem so schlechten Platz gerettet sei er. Fünf Monate alt. "Nein - mein Mann ist dagegen - das geht nicht." Dann doch anschauen gefahren - und mitgenommen! Der Vorbesitzer hatte ihm im Suff beide Hinterläufe gebrochen und er konnte anfangs nicht springen.
Chico war der charismatischste und wunderbarste Hund, den ich je kannte. Er war mein Begleiter in sehr schwierigen Zeiten und ohne sein Zutunwäre ich wohl an manchen Tag nicht aufgestanden. So ging alles immer weiter und wenn die Schwierigkeiten zu viel waren - Hund, Leine und raus. Nachher wusste ich wieder, was zu tun war.
Auch seine Leidenschaft war das Wasser. Er sprang mit Anlauf hinein ein und apportierte unermüdlich.

Von seinem Labrador-Vorfahren hatte er die Schwimmhäute zwischen den Zehen.Als er ins Haus kam lebten hier drei Katzen: Mit dem "Hausherrn" Max brachte es Chico zu reserviertem Nebeneinander, mit Rudi verkehrte er freundlich und mit Resi war er dick befreundet. Sie begleitete uns auf langen Spaziergängen, um Chico immer wieder aufzufordern, sie im Spiel zu fangen! Extra zu erwähnen die schöne gemeinsame Zeit am Felixdorfer Hundeplatz (BGH1, Fährte, Agility - zum Teil mit Christopher).
Übersiedlung und Veränderungen nach der Scheidung hat er leider nur schwer verkraftet. Frauchen arbeiten, ganzen Tag allein. Auch war die Zeit gekommen, wo mein Leben wieder geordnete Bahnen ging. Und wie, wenn seine Aufgabe, mich in schwerer Zeit zu begleiten, erledigt sei, hat er mich gerade dann verlassen. Er fand es eines abends richtig, einen Schnellzug zu jagen (aus Rehen hat er sich nie etwas gemacht) - ein tödliches Unterfangen.

chico lacht
chico springt
----------------Chico----------------
chico schwimmt
 

AXEL

Eine Woche nur war ich ohne Hund. Dem Zureden meines Sohnes folgend ("Du bist völlig verändert - schau, dass du wieder einen Hund kriegst!") blieb ich am Heimweig aus Wien - nur so aus Interesse - beim Badener Tierschutzhaus stehen. Und so kam Axel ins Haus. Ich hielt ihn für einen Labradorwelpen. Nein - er sei schon ausgewachsen - über ein Jahr alt - und ein Mischling.
Obwohl wir uns gleich gut verstanden, war der Anfang schwierig. Der endlose Durchfall war kaum wegzukriegen. Eine schlecht heilende Wunde am Ohr - auch früher sei er lt. Tierschutzhaus - schon einmal gebissen worden. Unerwartete Aggressionen und völliges Ausrasten beim Geruch jeglicher Hündin haben mich dann bewogen, ihn kastrieren zu lassen. Natürlich waren wir auch am Hundeplatz (Agility und ein wenig Fährte, wo er sich als richtiges Genie erwies). Mit viel Geduld und Liebe ist aus dem dürren, aggressionsbereiten Junghund ist ein selbstbewusster, gut aussehender Rüde geworden.

In Erinnerung an die jugendlichen Beiß-Unfälle hasst er allerdings bis heute somanche Rüden - und da gibts keine Erziehungsmethode zur Beruhigung. Warum ihn auch Traktoren und Zweitaktmotoren auf die Palme bringen, hab ich bisher noch nicht herausgefunden.
Inzwischen sind wir über sechs Jahre zusammen und Axel ist nicht nur ein schöner, sondern auch überaus lieber Hund. Lebhaft, lebensfroh, zu Menschen grundsätzlich freundlich, liebevoll und meist anlehnungsbedürftig. Mir gegenüber von tiefer Loyalität. Allerdings auch fast immer bereit, Nahrung aufzunehmen (der herzerweichende "Biafra-Blick" verhilft ihm da oft zu Erfolgen). Aufgrund seines unbändigen Jagdtriebes, gehen wir meist mit Leine. Gejagt wird nämlich nach Spur und Geruch - da wird alles verfolgt, was von Interesse sein könnte! Natürlich erstreckt sich der Jagdtrieb auch auf Katzen und mein Wunsch wieder Hund und Katz zu haben, geht sich derzeit nicht aus. Da ich berufstätig bin, ist er viel allein zu Haus und dabei hat es nie ein Problem gegeben. Zum Ausgleich gibt es schöne, lange Spaziergänge und am Wochenende die eine oder andere Wanderung.

Axel Vorhang
Axel
AxelMai2008
 

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Geändert: im November 2008 / ewie